Transsibirische Eisenbahn

 01. - 05.08.1993

 Der erste Tag

Morgens überqueren wir bei Kastroma die Wolga. Beim 25-minütigen Aufenthalt sehen wir erstmals das Auftanken der Wasserbehälter, und was noch wichtiger ist, die Überprüfung der Bremsbeläge. Auf jedem Bahnhof sollten wir jetzt die gestapelten und ungebrauchten Bremsbeläge sehen. Die abgefahrenen Bremsbeläge liegen einfach herum und werden so zu gefährliche Hindernisse.

Jetzt ist es auch zur Gewissheit geworden, dass wir nicht die Originalstrecke fahren und nicht mit einem Expresszug wie Rossia oder Baikal, sondern mit dem Schnellzug (# 184 Fast) Moskau - Chabarowsk, der für die gleiche Strecke bis Irkutsk einen halben Tag länger braucht.

Und wenn man den Nippel richtig bedient, gibt's auch Wasser im Waschraum. Unsere Mitreisenden sind richtige Morgenmuffel. Vielleicht liegt es an der Zeitverschiebung, schließlich haben wir jetzt jeweils nur 22 Stundentage. Oder an mir selber, weil auch ich morgens immer so grantig schaue.

Unser Frühstück und alle weiteren Mahlzeiten nehmen wir im Restaurant zu uns. Meist sind wir alleine. Für die Russen ist das Essen zu teuer, die haben ihre Lebensmittel dabei und kaufen sich während der Aufenthalte auf den Bahnsteigen das Nötigste.

Km 571 Nikola Poloma
Km 657 Manturova (an der Insha)
Km 818 Swetsche
Km 870 Kotelnitsch (an der Wiatka)

Km 957 19.41 Uhr Kirov (an der Wiatka)
20 Minuten nicht nur die Beine vertreten, es wurden auch die ersten Einkäufe gemacht. Dies ging aber nur, sofern man Rubel oder Dollar hatte, Deutsche Mark wollte keiner. Und wechseln konnten wir auch nicht.

Km 1434 4.00 Perm (nur kurz geblinzelt)
Km 1604 Kordon
Km 1630 7.10 Schamari


Der Ural
Am 2. Tag, gegen 11 Uhr, passieren wir im Ural in rund 450 Metern Höhe einen denkwürdigen Kilometerstein: Km 1.777. Hier läuft die geographische Grenze zwischen Europa und Asien. Nach 1.777 km Bahnfahrt im europäischen Teil Russlands lagen nun noch 3.500 km Eisenbahnkilometer in Asien vor uns.

Km 1815 11.27 Jekaterinenburg/Sverdlovsk
Danach wird wieder die Strecke der Transsib verlassen und wir fahren über die Fahrplanstrecke 430.

Km 1883 Schadrinsk (15:35 - 15:45) Mal wieder Lok fotografiert. Bei der Abfahrt noch nicht am Wagen. So musste ich durch den ganzen Zug und durch die 3. Klasse. Grossraumliegewagen!!!

km 2029 Kurgan (18.25)

Der dritte Tag
Km 2710 Omsk
Km 3343 Novosibirsk (mit Ob)
Km 3571 17.40 - 17.50 Taiga

Nachdem bis zum Abend recht angenehme Temperaturen herrschten und Sonnenschein die Regel war, fing es jetzt an zu regnen

Der vierte Tag
Km 4104 um 3.09 Uhr an Krasnojarsk am Jenissej.
Ein bedeutendes wirtschaftliches, wissenschaftliches und kulturelles Zentrum mit Industriebetrieben verschiedener Branchen, die aber auch eine große Belastung für diese Gegend bedeuten. An den Hängen rechts und links der Bahnlinie stehen noch 50 km nach Krasnojarsk entfernt Datschas in recht großen Ansiedlungen.

Nach kurzen Aufheiterungen fängt es gegen Abend wieder an zu regnen.

Km 4383   8.27 - 8.47 Ilanskaja
Km 4522 11.27 - 11.32 Taischätt . Die Eisenbahnstadt Sibiriens. Hier zweigt die BAM (Baikal-Amur-Magistrale) ab.
Km 4685 14.37 - 14.52 Nischnjäudinsk
Km 4941 18.37 - 18.57 Sima.

Der fünfte Tag
Km 5.192 Ankunft 4.26 Uhr (Ortszeit) in Irkutsk. Es regnet immer noch. Wir haben 5 Zeitzonen durchquert. In Moskau ist es erst 23.26 Uhr und zu Hause noch einmal 2 Stunden früher.

Kleinbus stand schon am Bahnhof. Im Hotel Pass abgegeben, Tagesprogramm besprochen, Sachen auspacken und ab unter die Dusche